Lehrangebot für das Wintersemester 2016/17

Bitte melden Sie sich für die Kurse über das Campussystem (Außerfakultäre Veranstaltungen > Informations-, Kommunikations- und Medienzentrum – IKM (UB, ZDV) > eScience-Center) an.

 

 

Einführung in digitale Methoden in der Archäologie

Mo 12-14 Uhr, 3 ECTS, Schloß Hohentübingen, Kleiner Übungsraum 212, Dr. Matthias Lang

 

Ohne den Einsatz IT-gestützter Methoden ist die archäologische Feldforschung heute kaum noch vorstellbar. Digitales Vermessungsgerät, Datenbanken, GIS-Systeme, LIDAR-Scans, Drohnen und 3D-Scanner haben herkömmliche Methoden längst abgelöst. Die modernen Systeme erlauben eine effiziente und präzise Datenerfassung sowie eine leichte Analyse auch großer Datenbestände. Mit dreidimensionalen Technologien sowie den Methoden der Fernerkundung stehen heute Verfahren zur Verfügung, deren Möglichkeiten weit über die herkömmlichen Dokumentations- und Analysemöglichkeiten hinausgehen.

 

Mit der Zunahme der Methoden und Technologien sind jedoch auch die Anforderungen an die Archäologen gestiegen, die heute ein breites Spektrum von technischen Verfahren beherrschen müssen, um diesen gerecht zu werden.

 

In dieser Veranstaltung wird ein Überblick über die gängigen digitalen Methoden in der Archäologie gegeben, der sich ausdrücklich an Studienanfänger ohne weiterführende Computerkenntnisse richtet, um von Anfang an ein Bewusstsein für den zielgerichteten und sinnvollen Einsatz digitaler Werkzeuge in der archäologischen Forschung zu entwickeln.

 

Neben theoretischen Einführungen in die Themenkreise Fernerkundung, 3D-Dokumentation und Visualisierung, Geoinformationssysteme, Datenmanagment, GPS-Vermessung, Geophysikalische Methoden und den Einsatz von Drohnen, werden einige der Methoden auf einer archäologischen Fundstelle in der näheren Umgebung auch praktisch erprobt.

 

Anrechenbar für Module 13-1 und 13-2 (Ur- und Frühgeschichtliche Archäologie und Archäologie des Mittelalters – Bachelor Haupt- und Nebenfach)

 

 

QGIS - Eine Einführung in Geo-Informationssysteme für Studierende der Geisteswissenschaften

Di 10-12 Uhr, 3 ECTS, Brechtbau, Schulungsraum IKM E-Learning N04, Dr. Dieta Svoboda

 

Mit einem Geographischen Informationssystem (GIS) können unterschiedliche Objekte mit Geodaten verknüpft werden. Dadurch eröffnen sich neue Möglichkeiten in der Auswertung eines Forschungsgegenstandes, da so verschiedenste Daten in einer Darstellung zusammengeführt werden. Die verknüpften Daten werden durch ein GIS nicht nur schnell aufrufbar, sie können auch schnell visualisiert und präsentiert werden.

 

Im Kurs werden vor allem die Grundlagen eines GIS und die unterschiedlichen Anwendungsmöglichkeiten in geisteswissenschaftlichen Feldern vermittelt. Anhand verschiedener Beispiele soll den Teilnehmern eine praxisnahe Einführung gegeben werden mit dem Ziel, eigenständig den Umgang mit räumlichen Daten zu erlernen. Als Software kommt das Open-Source-Tool QGIS zum Einsatz.

 

 

X-Technologien: Erstellung, Analyse und Präsentation von maschinenlesbaren Texten

Mi 10-12 Uhr, 3 ECTS, Brechtbau, Schulungsraum IKM E-Learning N04, Fabian Schwabe

 

Auszeichnung und Metadaten-Anreicherung des Forschungsgegenstandes mit XML (Extensible Markup Language) gewinnen in den Geisteswissenschaften, insbesondere in Online-Editionsprojekten, zunehmend an Bedeutung. Hierbei werden meistens die Kodierungsvorschläge der TEI (Text Encoding Initiative) umgesetzt, die sich mittlerweile als ein Standard etabliert haben.

 

Als X-Technologien werden die verschiedenen Tools bezeichnet, die die Verarbeitung von XML-Dokumenten unterstützen. Mit ihnen ist es möglich, XML-Dokumenten, die einfache Textdateien sind, in ihrer Struktur zu definieren (XML-Schema), die gespeicherten Informationen in andere Datenformaten umzuwandeln (XSL-T) und für die Analyse (XQuery) abzufragen. XML-Tools bedienen sich gewisser Elemente aus Programmiersprachen, aber haben ihren Fokus auf die Verarbeitung von XML-Daten, so dass sie weniger umfangreich in ihren Anwendungsmöglichkeiten als universelle Programmiersprachen, aber dafür leichter zu erlernen sind.

 

Ziel dieser praxisbezogenen Einführung ist die grundlegende Vermittlung des Konzeptes von XML und der TEI sowie das Erlernen der XML-Tools XML-Schema, XQuery und XSL-T. Um den Kurs erfolgreich zu bestehen, müssen die Teilnehmer in regelmäßigen Abständen Aufgaben abgeben, die die Bewertungsgrundlage bilden.

 

 

Jenseits von Excel: Datenmodellierung für die Geisteswissenschaften

Mi 14-16 Uhr, 3 ECTS, Brechtbau, Schulungsraum IKM E-Learning N04, Dr. Michael Derntl & Fabian Schwabe

 

Der Umgang mit strukturierten Daten ist für Geisteswissenschaftler/innen eine Überlebensfrage. Zumeist werden erhobene Daten ad hoc in undokumentierten und verfilzten Excel-Tabellen erfasst, was oft die effektive Nutzung der Daten erschwert. Ziel dieses Seminars ist es, Studierenden ohne Vorkenntnisse der Informatik wesentliche Methoden und Werkzeuge für Entwurf und Umsetzung von Datenbanken näherzubringen. Dabei werden insbesondere das heute vorherrschende relationale Datenmodell und SQL im Vordergrund stehen. Für die praktischen Aufgaben werden wir vor allem das quelloffene Datenbankmanagementsystem PostgreSQL verwenden. Inhaltlich werden u.a. folgende Schwerpunkte behandelt:

  • Rolle von Datenbanken in modernen Informationssystemen
  • Aufbau, Funktion und Abgrenzung von Datenbanksystemen
  • Datenmodellierung
  • Konzeptioneller Datenbankentwurf, insbesondere Entity-Relationship-Modell
  • Logischer Datenbankentwurf, insbesondere relationales Modell
  • Physischer Datenbankentwurf, insbesondere mit SQL / PostgreSQL
  • Datenmanipulation und -abfrage, insbesondere mit SQL und Webformularen
  • XML (eXtensible Markup Language) als Alternative zu relationalen Datenbanksystemen

 

Als Leistung wird regelmäßige Anwesenheit, Abgabe und Präsentation von Aufgaben erwartet, wobei der Fokus auf individuellen Projekten aus den Interessensbereichen der Studierenden liegen soll.

 

 

Muḥammad ʿAbduh's "Theology of Unity" (Risalat al-Tawhid, Cairo 1897): A digital text edition

Do 12-14 Uhr, AOI (Wilhelmstr. 113), Kleiner Übungsraum 2, Prof. Johann Büssow, Prof. Heidrun Eichner & Fabian Schwabe

 

Risalat al-tawhid (The Theology of Unity) by Muhammad Abduh (1849–1905) presents a short introduction to Islamic theology. At the same time, it touches upon major public issues and conflicts of its time. The Risala became popular in its second edition, which was prepared by the Muslim scholar and journalist Rashid Rida (1865–1939) in 1908. Rida added notes and chapter headings of his own and deleted one passage which he apparently found theologically daring. This is the text used in most, if not all, Arabic re-editions since then. Rida’s editorial interventions have given rise to claims that he distorted and manipulated Abduh’s work to serve his own agenda (cf. Haddad 1997).

 

The focus of this seminar is on the preparation of a digital online edition of Abduh’s text both in its original version and in its recension by Rida. Using XML technology, the planned online edition will enable readers (a) to compare both versions of the text and (b) to consider forerunners and parallels of Abduh’s arguments in the Risala in Islamic theology, Arabic literature and contemporary European writings. Participants will learn how to apply XML technology to Arabic texts.

 

 

Entwicklung mobiler Anwendungen (App) für geisteswissenschaftliche Fragestellungen

Do 14-16 Uhr, 6 ECTS, Brechtbau, Schulungsraum IKM E-Learning N04, Kevin Körner

Im Kurs wird projektorientiert das Zusammenwirken geisteswissenschaftlicher Fragestellungen und informationstechnischer Umsetzungen vermittelt. Zielsetzung des Kurses ist die beispielhafte Entwicklung einer mobilen Anwendung, über die didaktisch aufgearbeitete geisteswissenschaftliche Inhalte durch ein digitales Spiel vermittelt werden. Zu Beginn des Kurses wird eine Auswahl an Literatur gegeben, anhand der im Kurs gemeinsam ein Konzept für das Spiel diskutiert und konzeptioniert werden soll.


Der Kurs wird dann in kleinere Gruppen unterteilt, die sowohl Studierende der Geisteswissenschaften als auch der Informatik beinhalten. Diese sollen dann in gemeinsamer Anstrengung eigene Ideen für die gestellte Aufgabe entwickeln. In wöchentlichen Treffen werden die Ideen und Umsetzungen der einzelnen Gruppen präsentiert, ausgetauscht und diskutiert. Die Ausarbeitung der Spieleinhalte sowie die technische Umsetzung erfolgt großteils eigenverantwortlich zwischen den wöchentlichen Terminen.

 

Einführung in die automatisierte Datenverarbeitung für Geisteswissenschaftler

Do 16-18 Uhr, 6 ECTS, Brechtbau, Schulungsraum IKM E-Learning N04, Kevin Körner

 

Das Modul vermittelt Inhalte digitaler Datenverarbeitung an Studierende der Geisteswissenschaften. Anhand einer einfachen Programmiersprache werden die Prinzipien der Maschinenprogrammierung und der elektronischen Datenverarbeitung erläutert. Hierbei werden insbesondere die Problemstellungen der Digitalisierung von Daten, sowie Aufbewahrung dieser unter Zuhilfenahme von Dateiformaten eingeführt.

 

 

Digitale Archivierung

Fr 10-12 Uhr, 3 od. 6 ECTS, Alte Physik, Übungsraum 10, Olaf Brandt

 

Wir befinden uns inmitten einer digitalen Revolution. Immer mehr Lebensbereiche sind durch digitale Inhalte und Informationsvernetzung geprägt, immer mehr Kulturprodukte entstehen digital und sind nur noch in digitaler Form vorhanden. Die Erhaltung digitaler Daten ist daher nicht nur eine Fragestellung für die privaten Daten, sondern insbesondere für den Wissenschaftsbetrieb und Kulturerbeinstitutionen, wie Bibliotheken, Archive und Museen.

 

In diesem Seminar sollen zunächst die grundlegenden Problematiken des digitalen Verfalls vermittelt werden. Danach widmen wir uns den theoretischen Frameworks, Prozessen und Techniken, die den Erhalt digitaler Information – der digitalen Archivierung - ermöglichen soll. Die Seminarteilnehmer werden sich wesentliche Teilaspekte der digitalen Archivierung erarbeiten und im Plenum vorstellen. Es besteht die Möglichkeit eine Hausarbeit zu verfassen, um den Kurs mit 6 ECTS abzuschließen.